#Investitionen — 24.01.2020

Defensive Instrumente zur Diversifikation: Auf der Suche nach Renditen mit geringem Risiko

THEMA 3

Defensive Instrumente zur Diversifikation

Da wir uns dem Ende des Konjunkturzyklus‘ nähern, suchen einige Anleger verstärkt nach einer defensiven Positionierung in ihren Portfolios. Die Anlagemöglichkeiten sind geschrumpft, seitdem die Notenbanken in der Eurozone und in Japan Negativzinsen beschlossen haben. Etwas mehr als 20% der globalen Anleihen haben eine negative Endfälligkeitsrendite. Es gibt aber nach wie vor Anlagelösungen, die bei relativ geringem Risiko positive Renditeerwartungen bieten.

UNSERE IDEEN

Diversifikation reduziert das Gesamtrisiko eines Portfolios. Wir diversifizieren das Vermögen in eine Reihe von Anlagen mit geringem Risiko und andere mit kalkulierbarem Risiko. 

Defensive Anleger dürften Emittenten mit hoher Bonität in ihrer Basiswährung bevorzugen. Auch kurzfristige USStaatsanleihen und Schwellenländeranleihen rücken für diejenigen, die ein Währungsrisiko in Kauf nehmen, in den Fokus. Auch andere Lösungen wie strukturierte Produkte, gehebelte Kredite in Europa und Newcits-Fonds können in Betracht gezogen werden. 

Die Anlageklasse Aktien ist etwas riskanter. Defensive Fonds wie beispielsweise Buy-Write-Fonds bieten ein Teilmarktengagement, um das Risiko zu begrenzen.

 

Anleger mit geringem Risikoprofil kauften Anleihen, die als sicher galten, wie solche, die von Staaten oder großen Unternehmen mit hoher Bonität ausgegeben wurden. Diese Anleihen sind inzwischen teuer oder haben sogar eine negative Rendite bis zur Fälligkeit, was konkret bedeutet, dass der Käufer sicher Geld verlieren wird, wenn er sie bis zur Fälligkeit hält. Tatsächlich weisen 20% der Anleihen weltweit negative Renditen auf. In der Eurozone steigt dieser Prozentsatz auf 40%! Vor diesem Hintergrund sondieren wir mehrere Möglichkeiten, die für Anleger mit geringen und mittleren Risikoprofilen positive Renditen bieten können.

 

Anleihen

In einem Umfeld niedriger Zinsen und eines langsamen Wirtschaftswachstums in der Eurozone können Anleger Renditen in nachrangigen Anleihen finden. Dies ist aber riskanter als vorrangige Anleihen, da sie bei einem Konkurs des Emittenten erst an zweiter Stelle in der Reihenfolge der Tilgungspriorität stehen. Die positive Seite ist jedoch, dass sie höhere Renditen bieten können. Wir bevorzugen Emittenten mit Investment-Grade-Rating, um das Risiko von Restrukturierungen/Ausfällen zu begrenzen. 

Für USD-ansässige Anleger oder jene, die in Euro investieren und das Währungsrisiko akzeptieren, können kurzfristige USStaatsanleihen eine attraktive Anlageidee darstellen. Die USNotenbank dürfte aus unserer Sicht 2020 die Zinsen zweimal senken, während der Markt nur eine Zinssenkung abrechnet, was darauf hindeutet, dass die kurzfristigen Zinsen wahrscheinlich sinken werden. Grüne Anleihen von USUnternehmen verdienen Beachtung. Es gibt ein breites Angebot und die Renditen sind attraktiv. Sie verhalten sich wie konventionelle Anleihen mit dem Unterschied, dass sie Projekte finanzieren, die in erster Linie darauf ausgerichtet sind, dem Klimawandel entgegenzuwirken. 

Und schließlich bleiben Anleihen aus Schwellenländern attraktiv: Sowohl Unternehmensanleihen in harter Währung als auch Staatsanleihen in lokaler Währung. Diese Anlageklasse wird gestützt durch die Suche nach Renditen, da die Industrieländer nur niedrige oder sogar negative Renditen bieten. Die Indizes sind inzwischen stark diversifiziert, was bedeutet, dass das Risiko nicht mehr so hoch ist wie in der Vergangenheit. Schwellenländerwährungen sind nach unseren Angaben unterbewertet, daher ist das Währungsrisiko gering. 

In einem Niedrigzinsumfeld können gehebelte Kredite in Europa ein attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten und das Risiko steigender Zinsen begrenzen, da die erwirtschafteten Erträge auf variablen Zinsen basieren. Traditionell weist die Anlageklasse eine geringe Volatilität auf, ist aber nicht immun gegenüber der potenziellen Volatilität anderer Anlageklassen. Vorrangige Kredite sind der sicherste Teil der Kapitalstruktur, daher sollten die Ausfälle in diesem Teil seltener sein. Die Liquidität kann gering sein, daher empfiehlt es sich, über einen langen Zeitraum zu investieren.

 

Aktien

Buy-Write-Fonds sind auf defensive Anleger ausgerichtet. Sie bieten ein Engagement an den Aktienmärkten mit dem Ziel, das Risiko durch den Einsatz von Optionen zu reduzieren (Verkauf von Call-Optionen). Diese Fonds partizipieren weniger an steigenden Indizes an Bullenmärkten, mildern aber Rückgänge an Bärenmärkten ab. Ihre Rendite ist im Allgemeinen weniger volatil als bei traditionellen Fonds.

 

Newcits Fonds

Newcits-Fonds bieten dem Vermögensverwalter die Möglichkeit, je nach Strategie am Anstieg (oder Rückgang) der Preise von Vermögenswerten zu partizipieren. Wir favorisieren Makrostrategien, da Handelsspannungen und Populismus einige Sektoren herausfordern, was Volatilität und damit Chancen erzeugen dürfte. Darüber hinaus trägt die Streuung zwischen den Schwellenländern dazu bei, Anlageideen zu fördern. Long-Short-Aktienstrategien können strukturelle Faktoren wie niedrige Renditen und disruptive Innovationen ausnutzen. Auf der anderen Seite zählt zu den nennenswerten Risiken dieser Fonds die oft eingeschränkte Liquidität auf Portfolioebene.

 

Strukturierte Produkte

Bei diesen Produkten werden komplexe Instrumente wie Futures, Optionen und Credit Default Swaps (CDS) eingesetzt, zu denen einzelne Anleger in der Regel nur begrenzten Zugang haben. Strukturierte Produkte können mit einem Kapitalschutz von 100% für sehr defensive Anleger oder mit einem Risiko auf einen Teil des Kapitals aufgebaut werden. Anleger können von der Differenz zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen profitieren oder Erträge erzielen, indem sie sich auf Bewegungen der impliziten Volatilität konzentrieren. Strukturierte Produkte in Euro sind aufgrund der niedrigen Zinsen in der Eurozone weniger attraktiv als jene in US-Dollar.

 

Hauptrisiken

Risiken des Themas „Defensive Instrumente zur Diversifikation“ sind vor allem Opportunitätskosten für den Fall, dass risikoreiche Anlagen ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Die mit dem angebotenen Produkt verbundenen Risiken sind Risiken im Zusammenhang mit einem plötzlichen Anstieg der Zinssätze, dem Ausfall eines Emittenten, einer verringerten Liquidität im Falle von Marktstörungen oder Wechselkursschwankungen. Wir werden versuchen, diese Risiken durch kurzfristige Anleihen zu begrenzen und Emittenten mit hoher Bonität zu bevorzugen.

Percentage of negative-yielding IG bonds