#Marktstrategie — 22.12.2020

Aufbau eines neuen diversifizierten Portfolios für eine Welt im Wandel

THEMA 4

Investment Theme 2 | BNP PARIBAS WEALTH MANAGEMENT

Traditionell setzt sich das optimale Portfolio aus 60% Aktien und 40% Anleihen zusammen. Allerdings sind die Anleiherenditen inzwischen so niedrig, dass sie bei fallenden Aktienmärkten zunehmend ihre Rolle als Ausgleich verlieren. Es ist daher notwendig, eine oder mehrere andere Anlageklassen in diesen traditionellen Mix aufzunehmen, um die erwartete Rendite zu steigern, ohne das Risikoniveau zu erhöhen.

UNSERE EMPFEHLUNGEN

Dieses Thema richtet sich an Anleger mit einem defensiven oder gar moderaten Risikoprofil, die ein Portfolio aufbauen oder ein bestehendes Portfolio anpassen wollen, um es dem aktuellen Marktumfeld niedriger Zinsen anzupassen.

Die vorgeschlagenen Diversifikatoren weisen auf historischer Basis nur eine geringe oder keine Korrelation zu den Aktienmärkten auf. Sie können jedoch volatil sein und erfordern daher einen Anlagehorizont von mehr als 12 Monaten. 

 

Bessere Diversifizierung angestrebt

Das für den langfristigen Anleger optimale Portfolio sollte gut diversifiziert sein. Er setzt sich traditionell aus 60% Aktien und 40% Anleihen zusammen. Dieses Portfolio steigt dank der Aktienallokation, wenn die Märkte steigen, während die Anleihenallokation dazu beiträgt, den Rückgang in schwierigeren Zeiten zu mildern. Dennoch stellt der Rückgang der Anleiherenditen in den vergangenen 40 Jahren diese Theorie in Frage. Tatsächlich ist es für Anleihen immer schwieriger, mit so niedrigen Renditen ihre Rolle als Stoßdämpfer zu spielen. Der Bloomberg Barclays Global Aggregate USD Index, der sich aus Staats- und Unternehmensanleihen aus Industrie- und Schwellenländern zusammensetzt, notierte am 8. Dezember bei einer durchschnittlichen Rendite von nur 0,86% und war damit seit seiner Gründung im Jahr 1990, als er mit der 10% -Schwelle flirtete, fast durchweg rückläufig.

 

Wir müssen also dieses optimale Portfolio überdenken 

Eine Aufstockung der Aktienquote würde zwar die gewünschte Rendite erhöhen, aber auch das Risikoniveau, so dass das keine geeignete Lösung ist. Daher müssen eine oder mehrere Anlageklassen hinzugefügt werden, um die Rolle der festverzinslichen Allokation zu stärken und weiter zu diversifizieren. Diese Vermögenswerte müssen von den Aktienmärkten entkorreliert werden, oder noch besser, sie müssen umgekehrt mit den Aktienmärkten korrelieren. Ziel ist es, dass sie aufwerten, wenn die Aktienmärkte fallen.

 

Erwägen Sie, einen Diversifikator hinzuzufügen

Wir denken an Gold, Edelmetalle und den Yen, die allesamt sichere Häfen par excellence sind und in Wirtschaftskrisen tendenziell aufwerten. Sie ermöglichen es daher, das Portfolio zu diversifizieren und so das Risiko-Rendite-Verhältnis zu verbessern.

US-inflationsgebundene Anleihen können ebenfalls beigemischt werden. Ihre historische Korrelation zu den US-amerikanischen und europäischen Aktienmärkten ist negativ. Zudem könnte sich in den USA der Inflationsdruck zu verstärken beginnen, wenn die Konjunkturerholung stärker ausfällt als erwartet, da die US-Notenbank FED Milliarden Dollar in die Wirtschaft gesteckt und gelobt hat, ihre Leitzinsen bei den ersten Anzeichen für eine Inflation nicht anzuheben. 

Schließlich sollten wir alternative Fonds in Betracht ziehen, d. h. Anlagestrategien, die nicht mit den Aktienmärkten korrelieren. Wir mögen vor allem Global Macro Hedgefonds und Private Equity. 

Erstere könnten von der Entglobalisierung und den Unterschieden in der Finanzpolitik zwischen den Ländern profitieren. 

Private-Equity-Fonds ermöglichen Investitionen in die Realwirtschaft, konkret in nicht börsennotierte Unternehmen in unterschiedlichen Wachstumsphasen, in Europa, den USA und Asien. Diese Fonds decken eine Reihe von Strategien ab, darunter Leveraged Buyouts, Wachstum, Mezzanine und Sekundärwerte. 

HAUPTRISIKEN

  • Die Rohstoffpreise können volatil sein. Daher wird eine mittel- bis langfristige Anlage empfohlen.
  • Nicht notierte Vermögenswerte können illiquide sein und eine Anlage über mehrere Jahre erfordern.
  • US-inflationsgebundene Anleihen sind weniger liquide als nominale Anleihen. Sie können durch einen Anstieg der Realzinsen oder eine Deflation bestraft werden.
    Allerdings zahlt das US-Finanzministerium bei Fälligkeit den höchsten Betrag zwischen dem ursprünglichen Kapitalbetrag und dem inflationsbereinigten Kapitalbetrag zurück.
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