#Marktstrategie — 22.12.2020

Wie demografische Trends die Lebensqualität verbessern

THEMA 7

Investment Theme 2 | BNP PARIBAS WEALTH MANAGEMENT

Die Industrienationen stehen an der Schwelle steigender Nachfrage nach Wohnraum, angetrieben von einer Kombination demografischer Trends einschließlich einer überdimensionalen Millennial-Kohorte in den USA, die nun in das Erstkäuferalter eintritt. Die alternde Bevölkerung weltweit und unverhältnismäßig hohe Gesundheitskosten in späteren Lebensjahren sind Trends, die dazu führen, dass Gesundheitssysteme dringend die Zahl gesunder Lebensjahre erhöhen und gleichzeitig die Kosten in den Griff bekommen müssen. Präventive Lebensstile und Gesundheitsprävention bieten langfristige strukturelle Wachstumsmöglichkeiten.

UNSERE EMPFEHLUNGEN

Die strukturell wachsende Nachfrage nach Wohnraum in den USA, Europa und Asien begünstigt:

  • US-amerikanische und europ. Wohnungsbauaktien
  • Baustoff- und Baumarkteinzelhandel
  • Nachfrage nach Kupfer- und Holzrohstoffen
  • Wohnimmobilienorientierte REITs

Gesünderer Lebenswandel treibt Nachfrage in:

  • Pharma-/Biotech-Unternehmen, mit Fokus auf Onkologie und Alzheimer/Demenzbehandlungen
  • Weltweite Bestände an Medizinprodukten
  • Heimfitness-Geräte und Fitness-Tracker
  • 'Nutraceuticals' - Nahrungsmittel- und Getränke-konzerne mit gesundheitsfördernden Proodukten

 

In den Schwellenländern bleibt der Haupttreiber eine Kombination aus Bevölkerungswachstum und der steigenden Kaufkraft einer wachsenden Mittelschicht, die am deutlichsten in China und Südostasien und zunehmend jetzt auch in Indien zu beobachten ist. Doch in den reiferen OECD-Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika sind unterschiedliche strukturelle demografische Kräfte am Werk.

1. US Millennial Demografie-Bulge: In den USA gibt es eine Bevölkerungsschwemme in den Alterskohorten von 20-29 und 30-39 Jahren, dem Schlüsselalter für die Haushaltsbildung, in denen Erwachsene das schnellste Einkommenswachstum verzeichnen und erstmals eigene Familien gründen und so Wohnungsnachfrage erzeugen.

2. Single für längere Zeit: Ein zweiter struktureller Trend - junge Erwachsene bleiben Single - treibt die Nachfrage nach (kleinen) Wohnungen. Zusätzlich beschleunigt der Anstieg der sog. „nichtnuklearen Familienstrukturen“ die Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten.

3. Weitergabe von Reichtum an die nächsten Generationen: Der letzte langfristige Trend ist die Weitergabe von Vermögen in der Regel von neu pensionierten Eltern an ihre Kinder, oft in der Altersgruppe von 30-39 Jahren, um ihnen beim Kauf ihrer ersten Wohnung zu helfen. Dies wird häufig dadurch erreicht, dass Eigenkapital an den eigenen Wohnungen freigesetzt wird, ermöglicht durch  das starke Wachstum der Immobilienpreise vor dem Hintergrund sinkender langfristiger Zinsen.

 

Wohnungsmangel

Basis für die Nachfrage nach Wohnraum in den USA und Europa ist die Verknappung des vorhandenen Wohnungs-bestands, bedingt durch den Absturz des Wohnungsneubaus nach der Finanzkrise 2007-2009 und den Einbruch der Immobilienpreise. Während sich die Baubeginne in den USA und Europa von den Tiefstständen nach der Krise leicht erholt haben, sind sie nach wie vor sehr weit von den Werten vor der Krise entfernt.

 

„Gesundheitsinflation“ ist nicht nachhaltig

Das zentrale Thema ist die zunehmende Kostenbelastung der Gesundheitssysteme, ob privat, durch Versicherungen (wie in den USA) oder öffentlich (wie in Europa) finanziert. In Großbritannien beispielsweise kostet es dreimal mehr, sich um einen 75-Jährigen zu kümmern und fünfmal mehr, sich um einen 80-Jährigen zu kümmern, als um einen 30-Jährigen. In den USA steigen die durchschnittlichen Gesundheitsausgaben pro Person von < 3.000 USD im Alter von 18-44 Jahren auf 11.316 USD für Personen ab 65 Jahren.

Die Herausforderung besteht also in zweierlei Hinsicht: Nicht nur die Verlängerung der gesamten Lebensdauer der Menschen, sondern vor allem a) die Verlängerung ihrer Zahl der "gesunden Lebensjahre", bei b) gleichzeitiger Senkung der Kosten für die Gesundheitsversorgung von Rentnern.

 

Prävention ist günstiger als Heilung

Ausgehend davon, dass Prävention besser ist als Heilung, muss ein Schwerpunkt der Gesundheitsstrategien in der Förderung einer gesünderen Lebensweise liegen, nicht nur für die ältere Generation, sondern auch für Menschen im erwerbsfähigen Alter, um ihre gesunde Jahreslebensdauer in späteren Jahren zu verlängern. 

 

Bekämpfung der Adipositas-Epidemie

Statt sich nur mit den Symptomen von Herzerkrankungen und verschiedenen Krebserkrankungen zu befassen, muss der Fokus auf der Prävention von Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 liegen. Dabei geht es sowohl um gesündere Lebensmittel (siehe den beeindruckenden Wachstumstrend bei veganischem/vegetarischem und glutenfreiem Essen) als auch um regelmäßige Bewegung (die das Spektrum der Fitness-bezogenen Technologie von Fitness-Trackern bis hin zu Übungsfahrrädern und Rudermaschinen umfasst). Hier können mit der Zeit die größten Verbesserungen bei der Prävention von Krankheiten erzielt werden, und zwar zu relativ niedrigen Kosten für die Lebensdauer.

HAUPTRISIKEN

Steigende langfristige Anleiherenditen würden unweigerlich zu höheren langfristigen festen Hypothekenzinsen führen, was die Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien beeinträchtigen würde. Starke Anstiege der Arbeitslosenquote in wirtschaftlichen Rezessionen sind auch traditionell mit einer geringeren Nachfrage nach neuem Wohnraum verbunden, was die Kapazität zur Bedienung von Hypotheken drückt.

Die Technologie- und Gerätetitel des Gesundheits-sektors entwickelten sich 2020 neben dem US-Technologiesektor sehr gut; daher kann jede Rotation aus dem Wachstum in den Value-Stil durchaus zu einer Underperformance dieser Technologiewerte aus dem Gesundheitssektor führen.

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